Dollardrache. Bild: Flickr / soofazone CC-BY 2.0
Dollardrache. Bild: Flickr / soofazone CC-BY 2.0

Megadeal: Chinesen wollen US-Technologiekonzern kaufen

Es wäre die bislang größte Übernahme eines US-Konzerns durch die Chinesen: Die Tsinghua Unigroup will Micron Technology kaufen. Kolportierter Preis: 23 Milliarden Dollar. Die US-Wirtschaft geht schrittweise in chinesisches (und arabisches) Eigentum über.

Von Marco Maier

Weil Unmengen an Dollars von den USA nach China fließen und die chinesischen Unternehmen genügend davon haben, versuchen sie Schritt für Schritt diese Zahlungsversprechen in reale Werte umzutauschen. Das heißt: Für die bedruckten Scheinchen werden Unternehmen und Unternehmensbeteiligungen aufgekauft. Immerhin wissen auch die Chinesen, dass das Dollarsystem längst schon dem Untergang geweiht ist.

Nun streckt die chinesischen Tsinghua Unigroup schon mal die Fühler aus um den US-Konzern Micron Technology zu übernehmen. Der Kaufpreis soll bei rund 23 Milliarden Dollar liegen, womit dieser Kauf der größte würde, den ein chinesisches Unternehmen je in den USA getätigt hat.

Allerdings ruft das Interesse der Chinesen an dem Konzern schon die Protektionisten auf den Plan. Jene, die kein Problem damit haben, wenn US-Konzerne die Wirtschaft diverser Länder mitkontrollieren (knapp ein Drittel aller Aktien der deutschen Aktiengesellschaften liegen beispielsweise in US-Händen), sorgen sich hingegen vor einem wachsenden Einfluss ausländischer Investoren in der US-Wirtschaft.

Nun liegen deren Hoffnungen beim US-Komitee für Auslandsinvestitionen (Comitee on Foreign Investment), welches Transaktionen unter die Lupe nimmt, wenn die "nationalen Interessen" der USA bedroht sind. Bestimmte Branchen wie zum Beispiel die Luftfahrt oder das Finanzwesen, gelten per Gesetzt als schützenswert.

3 Kommentare

  1. Tja, wenn die amerikanischen Firmen pleite sind, dann nützen auch keine „nationalen Interessen“ der USA mehr. Und die Chinesen wissen das sehr genau. Jetzt sieht es so aus, als müsste die US-Obergang froh sein, wenn ihnen die Chinesen das überhaupt abkaufen. Erst wurde China gezwungen, die Schrottwährung Dollar in Unmengen gegen ihre exportierten Waren anzunehmen, jetzt kaufen die Chinesen mit dieser Überfülle an Dollars bei den Yankees ein. Ist doch in Ordnung so! Das ist ganz nach der Devise des „freien Marktes“, von dem die Amis immer herumposaunten, wenn um die Globalisierung ging, die ihnen so viel Profit bescherte. Ja, ja, so geht es halt, irgendwo und irgendwann tauchen bei dem bösartig durchdachten Spiel nach und nach gravierende Denkfehler der gierigen Egomanen auf.

  2. Die amerikanische Writschaft geht auch immer mehr in indisches Eigentum über.
    Die großen amerikanischen IT-Konzerne wie Microsoft, IBM, Adobe, werden immer mehr durch Inder kontrolliert.

  3. Ein gutes Beispiel, wie sich die substanzlose Dollar-Flutung ins Gegenteil drehen kann.

    hihihi…das lernt man sogar schon im ersten Jahr beim Wirtschafts-u.Finanzstudium ^^

    p.s.: @Elisa
    Hast du schon gelesen, wie die Amis ihr BIP aufblasen ?
    Die rechnen ihre „ausländischen Finanzerfolge“, noch dazu mit einfach frisch gedruckten wertlosen Dollars als Erfolg in die BIP-Berechnung mit ein und das macht 30% (!!) aus……….(schon eine sehr schräge Idee, hat aber absolut NICHTS mit einer Brutto-Inlands-Produktion zu tun^^)
    In Wirklichkeit vertuschen sie damit vor allem ihr rießiges Außenhandelsdefizit und wie du geschrieben hast, decken sie z.b. die Chinesen damit ein und der Rest liest sich dann wie oben im Artikel^^

    p.s.: Übrigens machen das die Engländer auch so (sind ja nicht umsonst die verbrecherischen US-Lieblingspartner)

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