Weil die Menschheit völlig inhomogen ist, sich von den Eliten auseinanderdividieren lässt und viel zu sehr damit beschäftigt ist, ums Überleben zu kämpfen, wirkt diese Phrase fehl am Platz. Eine Revolution wird nicht stattfinden.
Von Marcello Dallapiccola
Kaum ein Slogan hat sich seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 so sehr im kollektiven Gedächtnis festgesetzt wie dieser: „We are the 99%!“ Dieser Spruch bringt kurz und knapp zum Ausdruck, wie dramatisch die Lage auf dem Planeten Erde zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist: Eine gleichermaßen machtgeile wie korrupte „Elite“ von lediglich einem Prozent der Menschheit – nämlich den sogenannten „Superreichen“ – beherrscht und kontrolliert praktisch alles. Angefangen von den Ressourcen und Nahrungsmitteln, die wir benötigen über die Medien, die wir konsumieren, die Dienstleistungen, die wir in Anspruch nehmen, die Politiker, die uns vorschreiben, wie wir zu leben und was wir zu tun und zu lassen haben bis hin zum Geldsystem, mittels dem wir durch die ihm eigene Schuld/Zins-Dynamik in ständiger Abhängigkeit von bunten Papierschnipseln gehalten werden wie Leibeigene.
Der Rest der Menschheit, eben die erwähnten 99%, hat das Nachsehen und kann schauen, wo er bleibt. Und das gestaltet sich zusehends schwieriger, denn dank des oben erwähnten Geldsystems, das so eingerichtet ist dass eine ständige „Umverteilung“ von unten nach oben, von fleißig zu reich erfolgt, wird es für den Normalbürger immer unmöglicher, sein Auskommen zu finden.
Gekaufte Politik
Eigentlich wäre es ja die Aufgabe der „gewählten Volksvertreter“ aus der Politik, hier für mehr Fairness und Gerechtigkeit zu sorgen; doch wenn man bedenkt, dass Wahlkämpfe heutzutage zig Millionen kosten, die den angehenden Politikern von diversen Firmen, Konzernen und Lobby-Vereinigungen vorgestreckt werden, darf es einen nicht wundern, dass die so unterstützten, sobald erst einmal im Amt sind, sich in erster Linie bei ihren Gönnern erkenntlich zeigen müssen. Das passiert dann in Form von Gesetzen, deren Sinn kein normaler Mensch mehr nachvollziehen kann.
So und nicht anders ist zum Beispiel das aktuelle Gemurkse rund um die TTIP-Verhandlungen zu verstehen – obwohl das Volk auf beiden Seiten des Atlantiks diesem Kaperbrief für Großkonzerne mehrheitlich ablehnend gegenübersteht, wird weiter hinter verschlossenen Türen weiterverhandelt. Eigentlich ein höchst erbärmliches Schauspiel für eine Demokratie, wo ja immer von Transparenz und Mitbestimmung geredet wird – und wenn sich dann doch mal ein Journalist seiner Cojones besinnt und einen der Polit-Darsteller auf diesen Missstand hin anspricht, wird er entweder als Verschwörungsspinner lächerlich gemacht oder mit derartig mit Neusprech-Phrasen zugedroschen, dass ihm Hören und Sehen vergeht.
Konklusio: Nein, wir brauchen nicht zu wissen, was da verhandelt wird, das ist eh alles viel zu kompliziert für uns – Sie, diese Menschen mit Gehältern weit jenseits der 10.000-Euro-Grenze und sagenhaften Privilegien und Vergünstigungen, wissen ganz genau was gut für uns ist.
Pustekuchen!
Die Schuldfrage
Doch wie konnte es überhaupt soweit kommen? Welche Kontrollinstanzen haben versagt, wer ist schuld an diesem Desaster? Und – eine noch viel spannendere Frage: Weshalb ändert sich nichts, wenn wir doch die 99% sind?
Nun, weil wir das eben nicht sind. Es gibt zwar die Masse von 99%, die mehr oder weniger durch die Finger schauen im globalen Raffgierspiel, aber diese 99% sind eben keine homogene Masse. Selbst wenn man die Entwicklungsländer weglässt – wo der Großteil der Menschen nicht einmal die nötige Bildung hat, um das Problem zu verstehen, ganz abgesehen davon dass deren Alltag von einem beinharten Überlebenskampf bestimmt ist, der ihnen kaum Zeit zum Verschnaufen und keine Möglichkeit zum Aufbegehren lässt – so bleiben auch in der „westlichen Welt“ bei weitem nicht genug Menschen übrig, die bereit sind, sich auf die Hinterbeine zu stellen.
Viele haben einen Job, den sie nicht verlieren möchten, Schulden, die abbezahlt werden müssen (wieso eigentlich?), Kinder, um die sie sich kümmern müssen – oder schlicht keinen Bock, Revolution zu spielen. Warum denn auch, uns geht’s doch gut? Wir haben genug zu essen und einen Fernseher, der uns pausenlos mit den großartigen Visionen einer heilen Konsumwelt berieselt … Klar, es ist vielleicht nicht alles so, wie wir es gern hätten, aber schließlich geht’s uns immer noch besser als dem Rest der Welt!
Ja, noch! – möchte man diesen fröhlich blökenden Schäflein des Regimes entgegenhalten. Aber wartet nur ab. Der Niedergang begann schon Ende 70er/Anfang 80er–Jahre, wie Michael Moore in seinem Film „Capitalism – a love story“ eindrucksvoll vor Augen führt. Anfangs langsam und schleichend, doch die Abwärtsspirale dreht sich immer schneller und schneller.
Revolution? Nein, danke!
Und was wurde uns nicht alles versprochen in der Zeit! – Wenn wir erst mal in der EU sind, fließen Milch und Honig und gebratene Tauben fliegen uns ins Maul – ha! Der Euro bringt dann noch zusätzlichen Segen, die EU-Osterweiterung schafft Millionen neue Jobs und blühende Landschaften. Nichts davon ist passiert. Im Gegenteil, alles geht immer mehr den Bach runter, während sich „die da oben“ immer noch unverschämter die Taschen vollstopfen und gleichzeitig die Welt in ein Schlachthaus verwandeln.
Irgendwann werden die Schafe dann vor den rauchenden Trümmern, dessen, was einst Zivilisation genannt wurde stehen, ungläubig den Kopf schütteln und entweder: „Wir haben von all' dem nichts gewusst!“ oder „Was hätten wir denn machen sollen?“ blöken. Das hatten wir übrigens auch schon mal, dass keiner etwas mitgekriegt haben wollte…
Es gibt keine 99%, dann man ist sich nicht einmal beim Protest einig. So wird zum Beispiel die Schnittmenge zwischen Occupy- und Pegida-Aktivisten verschwindend gering sein. Eine von den Eliten gegängelte Masse, zwei unterschiedliche Bewegungen, deren Anhänger sich zum Teil spinnefeind sind. So wird das nix mit Widerstand.
Auch wenn man alle alternativen Bewegungen – Öko-Fundis, Libertäre, Anarchisten usw. – zusammennimmt, so kommt man vermutlich trotzdem auf keine 10% der Gesamtbevölkerung. Sogar wenn man jetzt mal optimistisch annimmt, die würden sich von einem Tag auf den anderen vertragen – es wären immer noch viel zu wenige. Und diese wenigen wären leicht überwach– und kontrollierbar. Um die Masse der Schafe muß sich das Regime sowieso keine Gedanken machen.
Contra Magazin News & Informationen
Hinter zehn herrschenden Eliten stehen hunderte, die nach Macht und Einfluss drängen. Das Neuausrichten der Korruptionssysteme und der Ausbeutungssysteme ist stets mit Zeit und Kosten verbunden.
Der Einzelne jedoch kann sich all dem teilweise entziehen. Auf meinem Internetportal DZiG.de zur Deutschen ZivilGesellschaft habe ich vielerlei Themen zu diesem Kernpunkt beleuchtet: Korruption.
Beispiel: Jedes Wirtschaften ausserhalb des Euros schwächt den Euro. Jedes Gramm Silber und jedes Gramm Gold stärkt die Wirtschaftskraft des anonymen Verwahrers. Jede Art von nicht öffentlicher Krisenvorsorge bewahrt den Verantwortlichen von Verwerfungen in den Versorgungssystemen.
Wir brauchen Wasser. Wir brauchen Wärme. Wir brauchen Essen. Ohne Strom zerfällt vieles aus unserer Zivilisation zu Staub. Der Bewohner ausserhalb von Haufendörfern und ausserhalb von Städten war schon 1939 bis 1949 im Vorteil. Sollte es heute anders sein? Wenn ja, warum?
Eine Staatsquote von 100 Prozent kann es nicht geben. Doch wir haben die 50 Prozent bereits deutlich überschritten. Wann ist das restliche Wasser im Sand versickert? Da ist kein Lehmboden, nur Sand.
Hans Kolpak
Goldige Zeiten
In einer Zeit vorm Internet war das einfach, eine Demo zu organisieren. Man brauchte ein paar Freunde, ein paar Kontakte und schon ging das. Das war wirklich sehr einfach. Ohne Zeitung, ohne Internet, ohne Fernsehen, alle wußten davon und dann fuhr man nach xy und 100.000 Menschen waren da.
Heute muß eine Demo Event-Charakter haben und endet am besten auf dem Rummelplatz. Festival gegen Rassismus mit 30 Top-Bands. Schirmherr: Volker Kauder. 20 Euro Eintritt, 50 Cent sind für den Regenwald.
Es gibt nichts Gemeinsames mehr. Das neue Fernsehen und das Internet haben alles Gemeinsame zerstört. Wir glauben, es nutzt, aber es nutzt nur ab. Wir düsen wie in einer Kapsel durch den Raum und im Vorbeiflug geben wir ein paar Handzeichen. Mehr ist nicht drinnen.
Wie lange dauert das, bis irgendwo Widerstand aufgebaut worden ist? Und wer sind die Leute, die die Drähte ziehen? Meist sind die seltsam. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht: statt in Stuttgart Eurodemos zu veranstalten - die wohnten in Stuttgart - und die aufgeheizte Stimmung gegen den Bahnhof zu nutzen, sollten alle nach Karlsruhe fahren. Da sollen sich nach Zeugenaussagen dann 400 Leute eingefunden haben. Glückwunsch.
Am besten gefällt mir noch die Antwort: Wieso? In Leibzig gibt's doch kaum Moslems? Wieso demonstriert ihr dagegen?
Das sind ja auch nur 10.000 Leute. Wir müssen ganz anders überlegen. Das Internet ist das Problem, kein Hilfsmittel.
"…Das hatten wir übrigens auch schon mal, dass keiner etwas mitgekriegt haben wollten…"
Meine Eltern gehören zu der Generation, die das "etwas" hätte mitkriegen müssen. Haben sie aber nicht. Wir Kinder haben das nie verstanden, wir haben auch nie verstanden, dass Opa, Onkel, Nachbar etc. solche Monster gewesen sein sollen. Inzwischen weiß ich, warum sie nichts mitbekommen haben. Es gab nichts, was sie hätten mitbekmmen können. http://goo.gl/4WbfWe
Es zeigt sich einmal mehr, dass diejenigen, die Medien beherrschen, die Informationen beherrschen und damit das Denken der Menschen. Und eine Lüge muss bekanntlich nur groß genug sen und permanent wiederholt werden, am Ende glaubt sie jeder. Die Klimalüge ist ein sehr gutes Beispiel für diese Strategie der Machtelite.
Und das ist eben auch der Unterschied, die meisten Menchen können und wollen sich nicht vorstellen, wozu kriminelle Psychopathen bereit sind. Nur deshalb kommen sie mit fast allem durch. Ich kann aus eigener Erfährung sagen, dass es durchaus lehrreich ist, wenn man mit solchen Leute einmal zu tun hatte, die so unfassbar machtgierig und krank im Kopf sind, dass sie alles manipulieren und vor fast nichts zurückschrecken.
Was die Öko-Fundis angeht, das sind fast die Schlimmsten mit dem dicksten Brett vor dem Kopf. Ein Indiz, dass die Menschen wirklich im großen Stil aufwachen, könnte sein, wenn die Klimalüge auffliegt und die UNFASSBAREN VERBRECHEN, die damit in Verbindung stehen. http://goo.gl/Gt9TkK
Ich muss sagen, ich bin auch jeden Tag immer wieder hin- und hergerissen, ob wir, die 99 Prozent, es noch schaffen. Aber ich kann und will mich nicht damit abfinden. Ich bin zwar erst spät aufgewacht, aber mein Widerstand wird wahrscheinlich bis an mein Lebensende dauern. Ich möchte nicht, dass meine Kinder mich irgendwann fragen, warum ich nichts getan habe.
@ Birger
Vielen Dank für diesen Link http://goo.gl/4WbfWe
Auch die dazugehörigen Kommentare sind aufschlussreich. Da kann man doch nur noch staunen! Von was für einer verlogenen Regierungsweklt sind wir umgeben, die bewusst und zielgerichtet Unwahrheiten verbreitet, um die deutschen Menschen unaufhörlich gefügig und schuldbewusst die Früchte ihrer Arbeit den gierigen Oberschichten und der USrael-Oberclique zu überlassen. Das ist doch nicht zu fassen!
Wer V wie vendetta sich reingezogen hat. Der weiß das alles mal zusammen bricht. Die da oben wissen es und haben Ängste ohne ende. Irgendwann muss es soweit kommen.
Wir haben doch jeden Tag Revolution, nur geht keiner hin. Sie sitzen lieber zusammen und schauen den Film und glauben damit Teil des Wandels zu sein.